{"id":1601,"date":"2023-08-30T22:06:24","date_gmt":"2023-08-30T20:06:24","guid":{"rendered":"https:\/\/travelairs.de\/?p=1601"},"modified":"2024-11-13T11:17:41","modified_gmt":"2024-11-13T10:17:41","slug":"glenforsa-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/backup.travelairs.de\/en\/2023\/08\/30\/glenforsa-2024\/","title":{"rendered":"Glenforsa 2024"},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"1601\" class=\"elementor elementor-1601\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-6dfd36d5 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default wpr-particle-no wpr-jarallax-no wpr-parallax-no wpr-sticky-section-no\" data-id=\"6dfd36d5\" data-element_type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-c931c0a\" data-id=\"c931c0a\" data-element_type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-2bafbf49 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"2bafbf49\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<h3>Glenforsa, Schottland.<\/h3><p>Schottland ist kalt, in Schottland regnet es jeden Tag, in Schottland ist es windig und weit ist es auch. Im Westen auf der Isle of Mull, wo Glenforsa liegt, ist es nicht besser. Warum sollte man also nach Schottland fliegen? Am Ende dieses Berichtes wissen Sie es. <em><strong>Vorsicht, <\/strong><strong>Schottland ist ansteckend.<\/strong><\/em><\/p><p>14 Teilnehmer, alle Mitglieder des Frankfurter Vereins fu\u0308r Luftfahrt, begannen Anfang<br \/>August mit 7 Flugzeugen in Egelsbach die Reise. Organisiert wurde die Reise durch die<br \/>TravelAirs GmbH, die sich auf Vereinsreisen fu\u0308r Privatpiloten spezialisiert hat.<br \/>Zuvor befassten wir uns eingehend mit den Besonderheiten des VFR Fliegens in UK. Wir besprachen m\u00f6gliche Routen, machten uns mit dem Wetter grunds\u00e4tzlich vertraut.<br \/>Schlechtwetterfronten treffen die britischen Inseln ungeschw\u00e4cht vom Atlantik her. Mit sehr tiefen Untergrenzen ist dann auch im Hochsommer zu rechnen. Andererseits stauen sich die Wolken an den die mittelhohen Gebirgen nicht so lange, das Wetter \u00e4ndert sich schnell. All dies versuchten wir in die Planung einzubeziehen. Natu\u0308rlich weht der Wind st\u00e4rker als bei uns. Seitenwindlandungen innerhalb der erlaubten Grenzen sollte man sicher beherrschen.<\/p><p>Zum Thema Fliegen u\u0308ber Wasser h\u00f6rten wir uns einen Vortrag an, statteten uns mit<br \/>tauglicher Ausru\u0308stung fu\u0308r Notf\u00e4lle aus und machten uns mit dem Ger\u00e4t vertraut. Neben den obligatorischen Westen fu\u0308hrte jedes Flugzeug ein Rettungsflo\u00df und mindestens ein Personal Locator Beacon (PLB) mit sich. Wir hatten uns auf drei Tage fu\u0308r die Hinreise geeinigt, ein eher gemu\u0308tliches Tempo, das auch das Aussitzen einer Schlechtwetterfront erlaubt. Aus gleichem Grund, dem Wetter, beschlossen wir auch die \u00dcbernachtungen nicht vorzubuchen. Wir wollten uns, wenn m\u00f6glich, unterwegs ad hoc zusammenfinden. So fiel die Route denn auch fu\u0308r die einzelnen Besatzungen etwas unterschiedlich aus.<\/p><p>Der Autor dieses Berichtes flog mit seiner Cessna u\u0308ber Dahlemer Binz nach Calais. Calais bietet sich wegen der unkomplizierten Formalit\u00e4ten an. Tanken kann man allerdings nur zu bestimmten Zeiten, sofern man nicht u\u0308ber eine Total Karte verfu\u0308gt. Andere flogen ohne Schwierigkeiten u\u0308ber Le Touquet oder Oostende. Bei sch\u00f6nstem Wetter fu\u0308hrte der Weiterflug am gleichen Tag u\u0308ber den Kanal. Knapp 20 NM misst die Wasserstrecke, nicht wirklich viel. Die Ausru\u0308stung beruhigt dennoch. Bei Sonnenschein leuchtet die Kreideku\u0308ste Su\u0308denglands schon von Weitem. Etwa in der Mitte der Meerenge wechselt man zu London Information, englische H\u00f6flichkeit \u201eD-ECHE pass Your message\u201c oder \u201ethank You fu\u0308r waiting\u201c, wenn man mal nicht gleich drankam. Unser Ziel war Pent Farm gleich hinter Folkstone. 1000 * 20 m gut gepflegtes Gras erstrecken sich in einer wunderhu\u0308bschen Hu\u0308gellandschaft. Gar nicht so leicht zu erkennen, wie die Piloten der anderen Maschine merkten. Sie brachen ihren Anflug kurz u\u0308ber der nahegelegenen Pferderennbahn ab. Chris riet uns wegen der Hu\u0308gel auf der 07 zu landen und auf der 25 zu starten. Vielleicht schafft man es auch anders, aber eher nicht beim ersten Mal. Prior permission ist ein absolutes Muss wie bei jedem Farm Strip. Man besucht jemanden in seinem privaten Heim. Der Funk gestaltet sich unkompliziert: es gibt keinen. Der Platz verfu\u0308gt u\u0308ber keine Funkfrequenz. Aber<br \/>er ist \u201eapproved\u201c, einer der vielen Farm Strips, der auch nach der \u00dcbergangsfrist, die fu\u0308r alle Pl\u00e4tze galt, international angeflogen werden darf. Bitte 10 GBP Landegebu\u0308hr in den Wandschrank im zweiten Hangar stecken. Das hat seit dem Ende des letzten Jahrtausends noch nie jemand vergessen. Der Flugplan endet hier, ebenso wie der general aviation report (GAR) fu\u0308r Zollzwecke. Natu\u0308rlich erscheint niemand zur Kontrolle. Ob der Zoll wu\u0308sste, wie man nach Pent Farm kommt? Der Taxifahrer fand Pent Farm und brachte uns zu unserem Hotel, ein spektakul\u00e4res schloss\u00e4hnliches Anwesen, alleinstehend in den Hu\u0308geln Su\u0308dostenglands.<\/p><p>Am n\u00e4chsten Morgen schien wieder die Sonne, was auf dem Flug keineswegs so bleiben<br \/>wu\u0308rde. Die Gruppe hatte beschlossen, sich abends in Blackpool zu treffen. Dazwischen lagen knapp 3 Stunden Flug, der Luftraum um London, eine herannahende Schlechtwetterfront und ein fast leerer Tank. Pent Farm hat keinen sprit, dem legend\u00e4ren Headcorn (Battle of Britain) war er ausgegangen, also fiel die Wahl auf Rochester, ein guter Griff, wie sich herausstellte. Wir kamen der Front etwas n\u00e4her, was Wartezeit sparte. Die Leute sind ausgesprochen freundlich, die Grasbahn gut gepflegt und der Sprit vergleichsweise gu\u0308nstig.<\/p><p>Die Front zog durch und hinterlie\u00df noch recht tiefe Untergrenzen bei sehr guter Sicht. Aber die Gegend ist flach und wegen der London TMA kann man ohnehin nicht h\u00f6her als 2500 ft fliegen. Von Rochester fu\u0308hrt die Route \u00f6stlich und n\u00f6rdlich an der London CTR vorbei, zwischen Luton und Stansted hindurch. London Information verspricht meist nur \u201ebasic service\u201c, liefert dann aber durchaus Verkehrshinweise. Britisches understatement. Hinter Peterborough wird es ruhig im Funk, der Luftraum ist recht unkompliziert. Die English Midlands ziehen unter uns vorbei, Nottingham. Welches ist denn nun der Sherwood forest? Na gut, der umfasst heute als Park nur noch etwas u\u0308ber 4 km2. Im 12. Jahrhundert waren es 100 mal so viel, genug fu\u0308r ein paar anst\u00e4ndige R\u00e4uber. Die Gegend wird wieder hu\u0308geliger. Es geht u\u0308ber Sheffield hinweg. Man mu\u0308sste die Stadt sicher vom Boden aus erkunden, um Sch\u00f6nheit zu finden; aus der Luft erschlie\u00dft sie sich nicht. Wir fliegen an Barnsley vorbei, dessen Bewohner sicher zu Unrecht als geizig gelten. Kennen Sie den Barnsley War Cry: \u201esooo much\u201c.<\/p><p>Wir umflogen so den Luftraum Manchester \u00f6stlich und hielten uns au\u00dferhalb<br \/>der Warton ATZ. Auf dem Ru\u0308ckweg lie\u00df man uns unkompliziert durch, sodass der kleine Umweg entbehrlich scheint. Blackpool Airport ist schon etwas gr\u00f6\u00dfer, ATC aber sehr freundlich und klar, sodass der Anflug niemanden schrecken sollte. Die Preise fu\u0308r Landung und Sprit liegen im Mittelfeld. Wer Blackpool unvorbereitet besucht, sieht Kitsch, Leuchtfiguren aus diversen M\u00e4rchen entlehnt, natu\u0308rlich Kneipen, welche die Trinkkultur f\u00f6rdern, ein Eiffelturm Replikat, das fu\u0308r die Queen mal silbern gestrichen wurde, ehe gold fu\u0308r seinen 100sten angemessener erschien (beides hat je 7 Jahre gedauert). Alles wirkt vielleicht etwas altbacken, obwohl Blackpool sich redlich um die Moderne mu\u0308ht. All das versteht man besser, wenn man wei\u00df, dass hier die wichtigste Geburtsst\u00e4tte des heutigen Massentourismus liegt. Nach dem Beginn als mond\u00e4nes Seebad im sp\u00e4ten 18. Jahrhundert, kamen mit der Eisenbahn ab 1840 massenhaft Arbeiter aus Nordengland. Transport und Unterkunft trugen oft ihre Firmen. Die Eisenbahn r\u00e4umte fu\u0308r Gruppen 50% Rabatt ein.<\/p><p>D\u00e4mmert es, was Pauschalreise hei\u00dft? Und natu\u0308rlich schuf man Unterhaltung, Piers<br \/>(u\u0308brigens zum Tanzen), Vergnu\u0308gungsparks, eben den Blackpool Tower. So blu\u0308tenwei\u00df ist der Strand wirklich nicht, als dass er als alleinige Attraktion herhalten k\u00f6nnte. Und dann gibt es das Beleuchtungsspektakel, Ende Oktober geht es los. Lassen Sie mal in England in Ihrem Haus alle Lichter brennen. Man wird Ihre Verschwendung absch\u00e4tzig kommentieren \u201elike Blackpool Illuminations\u201c. Es m\u00f6gen hier zwar auch Disney Figuren stehen, aber Blackpool kam fru\u0308her.<\/p><p>Von Blackpool ist es nicht mehr weit nach Glenforsa. Allerdings zogen mit westlicher<br \/>Str\u00f6mung wieder Wolken auf. Wie fliegt man also am besten? An der Ku\u0308ste entlang riskiert man Staubew\u00f6lkung an den Bergen. \u00dcber dem Meer mag es besser sein, aber man muss ja irgendwann wieder zum Land. Die Gruppe teilte sich auf und beide Varianten funktionierten.<\/p><p>Fu\u0308r uns ging es direkt nach Norden, fu\u0308r die anderen u\u0308ber die Isle of Man. Die Sicht an der Ku\u0308ste war gut, die Staubew\u00f6lkung begann erst in den h\u00f6heren Lagen im Inland. Dort allerdings w\u00e4re VFR nicht zu fliegen gewesen. Es geht an Sellafield vorbei. Viel Aufhebens machen die Engl\u00e4nder nicht um die Aufbereitungsanlage, eine klitzekleine EGR umgibt sie.<\/p><p>Bis Schottland findet man immer noch einen schmalen Streifen flachen Landes an der Ku\u0308ste. Nach \u00dcberfliegen des Solway Firth f\u00e4llt das Gel\u00e4nde stets steil in die See ab. Die Vegetation \u00e4ndert sich merklich, weniger W\u00e4lder, eher niedrige Bu\u0308sche, Gras. Wir kommen nach Norden. Immer h\u00e4ufiger zeigt sich nacktes Gestein, die Buchten werden zu Fjorden, Firth oder Loch genannt. Wie ein u\u0308berdimensionaler Zuckerhut ragt der Ailsa Craig 1115 ft aus dem Firth of Clyde. Curling Steine fertigt man aus seinem seltenen Granit, na gut, auch die St. Giles Cathedral in Edinburgh. Das Wetter war gn\u00e4dig auf dem letzten Stu\u0308ck, ein paar Schauer gut zu umfliegen. Die\u00a0 Wolkenuntergrenze erlaubte die Hu\u0308gel von Kintyre n\u00f6rdlich von Campeltown sicher zu u\u0308berfliegen. Damit befindet man sich schon im Sound of Jura und hat nur noch Meer vor sich bis zum Firth of Lorn, der das Festland von der Isle of Mull trennt.<\/p><p>An dessen Nordende befindet sich Oban unser Dreh- und Angelpunkt fu\u0308r die n\u00e4chsten Tage. In der Gegend gibt es Sprit nur dort und auch nur w\u00e4hrend der Betriebszeit. Das muss man wissen, wenn man einen Holiday Voucher erwirbt, um den Flugplatz auch au\u00dferhalb der Betriebszeit anfliegen zu du\u0308rfen. Das geht ohne Problem, aber es gibt dann eben kein Avgas.<\/p><p>Also schnell noch tanken vor dem 15 Minuten Hopser zur Isle of Mull gegenu\u0308ber nach<br \/>Glenforsa. Nun, es ist wie es ist. Nach dem Tanken war die Insel wie verschwunden, verdeckt durch einen dichten Schauer. Der Blick auf das online Niederschlagsradar versprach, dass der Schauer nach 15 Minuten weggezogen w\u00e4re. Von See her waren keine weiteren sichtbar. Nach 15 Minuten stand aber erneut ein Schauer vor der Einmu\u0308ndung des Sound of Mull und nach weiteren 15 Minuten wieder. Nach wie vor kein Regen u\u0308ber der See, woher all die Schauer mit dem Wind doch kommen mussten. Allm\u00e4hlich d\u00e4mmerte es uns: die Schauer entstanden einfach an der Topografie; wir konnten warten, solange wir wollten. Die Sicht im Regen blieb dann glu\u0308cklicherweise doch u\u0308ber 5 km und nach dem Regengebiet lag Glenforsa klar sichtbar vor uns. Die Grasbahn pr\u00e4sentierte sich wie immer in bestem Zustand. Es darf dort wohl regnen, soviel es mag, die Drainage schluckt das Wasser.<\/p><p>Glenforsa bietet die ideale Ausgangsbasis fu\u0308r Ausflu\u0308ge in die Highlands, zu den anderen Inneren oder den \u00c4u\u00dferen Hebriden. Alle Ziele sind mit genu\u0308gend Zeit fu\u0308r Unternehmungen in einem Tag erreichbar. Brandon versorgte uns wie immer mit wertvollen Insider Tipps. Das im Blockhausstil errichtete Hotel mit Restaurant, Bar und Terrasse liegt direkt neben der Landebahn. Das Panorama ist umwerfend. Man blickt u\u0308ber den Sound auf die Berge und T\u00e4ler von Morvern, in der Ferne die Halbinsel Ardnamurchan. Manchmal sieht man nichts, dann regnet es. Oder der Blick spaziert u\u0308ber einen Regenbogen. Nach Su\u0308den erheben sich die Berge der Isle of Mull bis u\u0308ber 3000 ft. Bei geeignetem Wetter ist der Anflug auf Glenforsa zwischen den Gipfeln hindurch spektakul\u00e4r.<\/p><p>Und wie war das Wetter? Konnten wir fliegen? Das Wetter, nun ja, war durchwachsen. Ein Einheimischer, dem ich am Strand begegnete, beklagte sich u\u0308ber den schlechtesten Sommer seit 53 Jahren. Und trotzdem konnten wir fliegen, jeden Tag. Das Wetter mag schlecht sein, aber ein Charakteristikum blieb erhalten, der st\u00e4ndige und schnelle Wechsel. Auf teils heftigen Regen folgte immer Trockenheit oder auch Sonnenschein. Die Wettervorhersagen trafen fu\u0308r Schottland als Ganzes eigentlich immer zu, heranziehende Regengebiete wurden auf 1-2 Stunden genau angeku\u0308ndigt. Der Einfluss von Bergen und engen Buchten u\u0308berlagert sich aber stets. Es lohnt, sich u\u0308ber die Topografie Gedanken zu machen. Fliege ich luvseitig einer Insel, habe ich genug Platz, um nicht in Staubew\u00f6lkung zu geraten? Ist die Leeseite breit genug, um die erwarteten Lee Effekte vorzufinden oder endet das Lee in einer Enge, in der sich tiefe Wolken fangen? Wetterbeobachtung w\u00e4hrend des Fluges ist essenziell.<\/p><p>Schottland wird fu\u0308r jedem zum Lehrmeister in Sachen Meteorologie. Was man dann sieht, begeistert. Fliegen in Sounds und Lochs, entlang gru\u0308ner Steilh\u00e4nge, u\u0308ber Klippen und Sch\u00e4ren, kristallklare kalte Luft, endloses Meer, die Berge der Highlands, Schl\u00e4ngeln um Schauer herum zum n\u00e4chsten Durchbruch glei\u00dfenden Sonnenscheins. Man kann sich dem Gesehenen nicht entziehen, es ist als durchfl\u00f6gen man die Gem\u00e4lde Caspar David Friedrichs. Die Landschaft wird zur Allegorie ihrer selbst.<br \/>Was sind die must do? Einige von uns waren schon im letzten Jahr dabei und flogen andere Ziele an. Morgens hielten wir ein kurzes briefing u\u0308ber das Wetter ab und informierten u\u0308ber m\u00f6gliche Ziele. Dann flogen wir in der Regel in Gruppen von 2-3 Flugzeugen.<\/p><p>Es geht nicht ohne Loch Ness. Der Flug fu\u0308r u\u0308ber den Loch Linnhe, Fort William, schnurgerade nach Nordost u\u0308ber den Loch Lochy, den kleinen Loch Oich zum Loch Ness, an dessen Ende Inverness liegt. Beidseitig der Route erheben sich die Berge der Highlands. Es gibt aber u\u0308berall genug Platz zum Umkehren, sollte das Wetter nicht mitspielen, eine gute Strecke fu\u0308r einen ersten Eindruck von den Highlands. Die kurzen Strecken Landes zwischen den Lochs sind flach, kaum 300 ft. Zu tief fliegen sollte man aber nicht \u2013 schon wegen Nessie. Inverness lohnt allemal einen Besuch, eine gemu\u0308tliche, bunte Stadt mit viel Altbausubstanz und guter Gastronomie.<br \/>Biegt man auf dem Flug bei Fort Williams links in den Loch Eil ab, fu\u0308hrt der Flug u\u0308ber einen sehr bekannten Eisenbahnviadukt. Harry Potter l\u00e4sst gru\u0308\u00dfen. Wieder am Atlantik angekommen trennt links der Sound of Sleat die Isle of Skye vom Festland. Erinnern Sie sich?<\/p><p>Outlander, Skye boat song. Man kann auf der Insel landen oder ein Stu\u0308ck weiter nach<br \/>Plockton fliegen. Beide Pl\u00e4tze sind in der Regel unbesetzt, man funkt air-to-air. In Plockton nicht neben dem gro\u00dfen Tank parken, sagte Brandon uns. Gelegentlich k\u00e4men Hubschrauber zum Tanken und w\u00e4ren dann \u201epissed\u201c. Der Spaziergang in den Ort lohnt sich. Das Mikroklima begu\u0308nstigt ein wahres Blu\u0308tenmeer und, kaum zu glauben, Palmen an allen Ecken.<br \/>Von Plockton fu\u0308hrt der Loch Carron nach Nordost in ein breites Tal durch die Highlands. Beiderseits erheben sich die Berge bis u\u0308ber 3000 ft. Die meist baumlosen Gipfel schimmern in allen Gru\u0308nt\u00f6nen. Unter uns verl\u00e4uft die Eisenbahn, die in der einsamen Gegend noch mehr nach Harry Potter aussieht als der genannte Viadukt. \u00dcber einen Bogen nach rechts am Ende des Tals erreichen wir nach einer Stunde wieder Inverness. Wenn der Sprit noch reicht, fliegt man in weiteren 45 Minuten u\u0308ber Loch Ness und den kaledonischen Kanal wieder nach Oban.<\/p><p>Drei unserer Besatzungen machten eine Tagesausflug zu den Orkney Islands, genauer nach Lamb Holm. Der direkte Weg fu\u0308hrt wieder durch die Highlands, ein etwas l\u00e4ngerer der Ku\u0308ste entlang. Die Ku\u0308ste besteht aus uraltem Gestein und f\u00e4llt steil ins Meer ab, wieder eine Landschaft zum Sattsehen. Auf Lamb Holm International wurden wir von Tommy vom \u00f6rtlichen Fliegerclub auf das Herzlichste empfangen. Lamb Holm grenzt an den natu\u0308rlichen Hafen Scapa Flow. Hier arbeiteten italienische Kriegsgefangene an der Churchill barrier \u2013 und an einer sehenswerten Kapelle. Die Hauptsache aber war das Gespr\u00e4ch mit den Piloten vor Ort, Fliegergeschichten, Tipps und Pl\u00e4ne. Natu\u0308rlich wurde man herzlich eingeladen wiederzukommen.<br \/>Drei andere Flugzeugcrews erfu\u0308llten sich ihren Traum: einmal nach Barra. Barra besitz einen Linienflughafen, einen mit st\u00e4ndig wechselnden Zeiten. Gelandet wird bei Ebbe auf dem feuchten Strand, bis die Flut die Landebahnen wieder bedeckt. Mann muss ein paar Sachen zur Deckung bringen, wenn man als Privatpilot dort landen m\u00f6chte. Die Gezeiten mu\u0308ssen stimmen, zu Zeiten des Linienverkehrs erh\u00e4lt man keine Erlaubnis, das Wetter. So wurden wir an einem Tag vertr\u00f6stet, weil der Wind zu stark war. Aber dann funktionierte es. Barra geh\u00f6rt zu den \u00c4u\u00dferen Hebriden, die Wasserstrecke misst etwa 50 NM. Eine Rettungsinsel ist zwar keine Pflicht, aber ohne sollte man angesichts der Wassertemperatur eher nicht fliegen. Der Flughafen verfu\u0308gt u\u0308ber 3 \u201eLandebahnen\u201c, 07, 11, 15 und die Gegenrichtungen, alle Sand. Seitliche Markierungen der Bahnen sucht man vergebens, die gesamte Bucht sieht gleich aus. Entweder gl\u00e4nzt der nasse Sand oder es spiegelt noch Wasser. Die Bahnen sind durch endst\u00e4ndige Baken auf Pf\u00e4hlen markiert. Man u\u0308berfliegt die eine und landet in Richtung der anderen. Enges Eindrehen sollte man unterlassen, die Gefahr die Richtung nicht zu treffen ist gro\u00df. Im Prinzip k\u00f6nnte man fast u\u0308berall auf dem Strand landen, das soll man aber nicht. Die Gezeiten spu\u0308len immer wieder Steine an und das Flughafenpersonal sucht nicht die gesamte Bucht, sondern nur die Bahnen danach ab. Am besten fu\u0308hrt man einen<br \/>langen Endanflug durch, stellt die Richtung sorgf\u00e4ltig ein und schaut dann nach den relativ kleinen Baken. Bitte nicht auf dem trockenen Sand parken! Immerhin hat jeder von uns etwas anderes richtig gemacht. Die Tower Lotsin nahm es mit Humor.<br \/>Sollte das Wetter einmal zu schlecht zum Fliegen sein, kann man auf der Isle of Mull nach Tobermory fahren. Die gleichnamige Destillerie kann eine bewegte Pleiten- und<br \/>Wiederer\u00f6ffnungshistorie vorweisen, sowie einen 4,5 Tonnen messenden Maischbottich aus Gusseisen. Wie aus der winzigen Ansammlung von Geb\u00e4uden j\u00e4hrlich 1 Million Liter Whisky herauskommen, ist mir ein R\u00e4tsel. Natu\u0308rlich ist der Island Whisky besser als der von den Highlands, der wiederum den Speyside u\u0308bertrifft, welcher den Island Whisky klar schl\u00e4gt. Die ersten Schritte der Whisky Herstellung entsprechen dem Bierbrauen. Die Bewertungskriterien sind identisch.<\/p><p>Irgendwann mussten wir dann doch den Heimweg antreten. Wir waren jeden Tag fliegerisch unterwegs und konnten nicht alle lohnenden Ziele besuchen. Einige von uns flogen noch nach Islay, gesprochen Ila, einem weiteren hu\u0308bschen Hafenst\u00e4dtchen su\u0308dlich. Andere zog es nach Benbecula und Stornoway auf den \u00c4u\u00dferen Hebriden. Die erste Etappe nach Hause fu\u0308hrte uns gemeinsam nach Prestwick.<\/p><p>Der dortige Fliegerclub hatte von uns erfahren und uns zu diesem Stopover eingeladen, eine nette Geste. Der Tankwagen stand so schon bereit, wir bekamen das Clubhaus gezeigt, tauschten Geschichten aus und es entstand ein nettes Gruppenfoto. Wieder einmal diskutierten wir heftig, ob man der herannahenden Front bereits in Nordengland \u00f6stlich ausweicht, ob man erst m\u00f6glichst weit nach Su\u0308den fliegt, ob \u00f6stlich oder westlich um den Luftraum London. Letztlich fu\u0308hrten aber alle Wege zwar nicht nach Rom aber doch sicher nach Hause. Jene Mitflieger, die zwei Tage geplant hatten, schafften es vor den ausgepr\u00e4gten Gewittern u\u0308ber Benelux, die anderen wichen nach Su\u0308den bis nach Saarlouis aus und kamen ebenfalls heil an.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Glenforsa, Schottland. Schottland ist kalt, in Schottland regnet es jeden Tag, in Schottland ist es windig und weit ist es auch. 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